Philharmonie Essen stellt Programm der vierten Spielzeit 2007/2008 vor
Zahlreiche Konzerthighlights - klangvoller Frankreich-Schwerpunkt "VOILÀ LA FRANCE!"
13. April 2007 Mit zahlreichen Konzerthighlights und dem wohlklingenden Frankreich-Schwerpunkt "VOILÀ LA FRANCE!" wartet die Philharmonie Essen in ihrer nunmehr vierten Spielzeit auf. Das größte Konzerthaus des Ruhrgebietes, das sich in den vergangenen drei Jahren unter den herausragenden Konzertsälen und Festivals Europas positionieren konnte, setzt weiterhin auf einen attraktiven Spielplan mit internationalen Musikern, aber auch mit lokalen und regionalen Künstlern und Ensembles.
Nach einem temperamentvollen Saisonauftakt mit dem gefeierten Simon Bolivar Youth Orchestra of Venezuela und dem Dirigenten Gustavo Dudamel (21.8.) beschließt das Boston Symphony Orchestra unter der Leitung von James Levine (31.8.) den hochkarätigen ersten Zyklus der amerikanischen Spitzenorchester "Big Five", der nur wenige Wochen später mit dem Chicago Symphony Orchestra und Riccardo Muti (30.9.) in seine zweite Runde geht. Nach dem großen Erfolg im "Eröffnungs-Zauber" der Philharmonie Essen kehren die Berliner Philharmoniker mit Sir Simon Rattle in den Alfried Krupp Saal zurück (21.2.), und nach bereits vier Konzerten ist auch Kurt Masur - in dieser Spielzeit als "In Residence"-Künstler - erneut in Essen zu erleben, diesmal mit seinem Orchestre National de France (1. bis 3.2.; u.a. mit Anne-Sophie Mutter). Der berühmte Dirigent und Komponist Pierre Boulez steht bei gleich zwei Konzerten am Pult: Mit dem Ensemble Modern (2.10.) und der Lucerne Festival Academy (8.9.) bringt er u.a. eigene Werke zur Aufführung. Und auch sonst gibt es viele Wiederbegegnungen mit international herausragenden Künstlern: Marek Janowski und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin beginnen in der Philharmonie-Saison 2007/2008 einen Bruckner-Zyklus (3.9. und 9.6.), Grace Bumbry gestaltet einen Liederabend (16.9.), András Schiff setzt seinen beeindruckenden Bach-Zyklus fort (13.1.), Angelika Kirchschlager kehrt mit dem Kammerorchester Basel nach Essen zurück (19.1.), Frank Peter Zimmermann ist im Trio zu erleben (6.5.), und im Bereich des Jazz sind etwa Klaus Doldinger mit seinen Formationen "Passport classic" und "Passport today" (7.3.) oder die amerikanische Jazzpianistin Carla Bley mit "The Lost Chords" und dem Trompeter Paolo Fresu erneut zu Gast (31.10.).
Zudem wird der Alfried Krupp Saal wieder zum Treffpunkt der hochkarätigen Orchester aus NRW: Die Bochumer Symphoniker und GMD Steven Sloane setzen ihren beeindruckenden Mahler-Zyklus fort, das Neue Orchester und Dirigent Christoph Spering ergänzen in der kommenden Saison ihren begeistert aufgenommenen Beethoven-Zyklus auf historischen Instrumenten um dessen Klavierkonzerte - Solist ist der gefragte Pianist Michael Korstick. Außerdem sind die Duisburger Philharmoniker, die Bergischen Symphoniker, das Sinfonieorchester Wuppertal, die Dortmunder Philharmoniker und die Neue Philharmonie Westfalen mit ihren jeweiligen Chefdirigenten zu Gast in der Philharmonie Essen und präsentieren die reichhaltige Orchesterlandschaft des Landes.
Mit dem klangvollen Frankreich-Schwerpunkt "VOILÀ LA FRANCE!" lädt die Philharmonie Essen ihre Besucherinnen und Besucher in der Spielzeit 2007/2008 zu anregenden musikalischen Reisen ins Nachbarland ein. Mit über 90 Konzerten und rahmenden Veranstaltungen (etwa einer Vortragsreihe von und mit Musikwissenschaftler Prof. Dr. Matthias Henke) bildet der kulturelle Austausch mit Frankreich eine bedeutende Säule der kommenden Saison - vergleichbar dem großen "Schönberg-Festival Ruhr" in der ersten Philharmonie-Spielzeit. Herausragende französische Künstler sind mit attraktiven Konzerten zu Gast in der Philharmonie Essen, und auch deutsche Ensembles - und hier insbesondere die genannten Orchester der Region - tragen zu diesem reizvollen Kulturaustausch mit Frankreich bei, das die Musikgeschichte bedeutend prägte, dessen faszinierende musikalische Tradition in Deutschland jedoch recht wenig bekannt ist.
Vom Barock bis in die Gegenwart reicht die breite Spanne der Kompositionen, die in der Philharmonie Essen erklingen - bekannte Größen der Musikszene sind zu erleben, aber auch spannende Neuentdeckungen warten auf das Publikum. Stellvertretend für die zahlreichen beteiligten Musiker stehen die "In Residence"-Künstler der Saison 2007/2008: Pascal Dusapin, der zur Zeit auch in Deutschland immer mehr Anerkennung erfährt, gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Komponisten Frankreichs. Mit Christophe Rousset und seinem Ensemble "Les Talens Lyriques" sind international gefragte Vertreter der Alten Musik zu Gast, die insbesondere Musik von Jean-Philippe Rameau spielen werden. Und Kurt Masur bringt das Orchestre National de France zu drei Konzerten mit nach Essen: Je ein Konzert gestaltet er dabei mit dem ChSur de France und Anne-Sophie Mutter.
"VOILÀ LA FRANCE!" steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident des Landes NRW. Der deutsch-französische Kultursender ARTE konnte als Medienpartner gewonnen werden - in Zusammenarbeit mit der Lichtburg zeigt ARTE Portraits bedeutender Komponisten, die VOILÀ LA FRANCE! besonders bereichern. Zudem beteiligen sich viele Essener Kulturinstitutionen mit eigenen Veranstaltungen an dem Frankreich-Schwerpunkt, den die Botschaft der Republik Frankreich dankenswerterweise unterstützt.
"Ich freue mich sehr auf die kommende Spielzeit. Insbesondere der Frankreich-Schwerpunkt zeigt, dass unsere Kontakte zu internationalen Künstlern ein wirklich hochkarätiges Programm möglich machen", so Philharmonie-Intendant Michael Kaufmann bei der heutigen Vorstellung des Spielplans. "Nach den drei erfolgreichen ersten Spielzeiten, die uns insbesondere eine hohe Wertschätzung im internationalen Musikbetrieb eingebracht haben, wird nun für uns die sehr grundsätzliche Frage zu beantworten sein, welchen dauerhaften Status sich die Philharmonie Essen bei den Musikfreunden in der Region erarbeiten kann. Die jahrzehntelange Festigung kommunaler Versorgungsstrukturen hat eine Vielzahl von Räumen hervorgebracht, in denen Musik zu erleben ist, und damit - wenn auch durch ein insgesamt wunderbares Angebot - die Ausprägung eines kulturellen Mittelpunktes nicht ermöglicht. Nun gibt es mit der Philharmonie Essen endlich den zentralen Ort der Musik für das mittlere und westliche Ruhrgebiet, der eine Veränderung nicht nur vorstellbar erscheinen lässt, sondern sie geradezu notwendig macht. So erfolgreich unsere bisherige Arbeit auch war: Will die Philharmonie das Publikum zwischen Bochum und Duisburg, zwischen Dorsten und Mettmann dauerhaft gewinnen, so sind noch größere Anstrengungen notwendig als bislang. Ganz bewusst wagen wir deshalb mit dem Programm der kommenden Saison und mit "VOILÀ LA FRANCE!" noch mehr als in den Vorjahren, und ich danke sehr herzlich den uns unterstützenden Stiftungen und Sponsoren, die einen bedeutenden Teil des wirtschaftlichen Risikos der Saison 2007/2008 auffangen. Zusätzlich wird unser Enthusiasmus für das schöne Haus ein guter Motor sein."
Zusätzlich zu den genannten Schwerpunkten hält die Philharmonie Essen auch weiterhin daran fest, der musikalischen Zukunft Raum zu verschaffen - junge Künstler und Ensembles finden hier auch künftig eine Bühne und werden nachhaltig gefördert. So sind etwa das obengenannte Simon Bolivar Youth Orchestra of Venezuela (21.8.), das Orchestre Français des Jeunes (4.9.), das Landesjugendorchester NRW (23.9. und 17.2.) oder das LandesJugendAkkordeonOrchester NRW (15.6.) zu erleben, außerdem treten u.a. der Pianist Jakub Cizmarovic (16.12.) und der junge Geiger Yossif Ivanov (27.4.) auf - viele weitere Nachwuchskünstler folgen. In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, dass der Aspekt der "Zukunftsmusik" sich auch in der kommenden Saison in diversen Uraufführungen (etwa der UA von Kurt Schwertsiks Trompetenkonzert mit Håkan Hardenberger am 19.12.), Auftragswerken (z.B. Jörg Widmanns Violinkonzert mit Christian Tetzlaff am 17.9.) und weiteren Aufführungen zeitgenössischer Werke niederschlägt.
Neben dem kulturellen Austausch mit Frankreich stehen selbstverständlich weitere musikalische Begegnungen mit anderen Ländern und der für sie charakteristischen Musik auf dem Philharmonie-Programm. Ob Konzerte mit dem vierten "In Residence"-Künstler Abdullah Ibrahim aus Südafrika, ein Abend mit Hasan Dede und den drehenden Derwischen (30.3.), das Kinderkonzert Baglama für alle (29.3.) oder die Konzertreihe "YOUrope together", die sich bis zum Jahr 2013 zeitgenössischer europäischer Musik widmet u.v.a.m. - auch weiterhin ist es der Philharmonie Essen ein wichtiges Anliegen zu zeigen, dass Musik keine Grenzen kennt.
Weitere Programm-Schwerpunkte sowie gezielte Schul- und Kinderprojekte ergänzen das Angebot der Philharmonie Essen: Neben den Kinderkonzerten in der Reihe "Philharmonie für Kinder" ist dies vor allem die langfristig angelegte Partnerschaft mit der Herbartschule in Essen-Katernberg, die auf Anregung der Philharmonie gemeinsam mit der renommierten Universität Mozarteum Salzburg das Projekt "ReSonanz & AkzepTanz" umsetzt. Nach nur einem Schuljahr wurde das erfolgreiche Modellprojekt bereits auf eine zweite Essener Grundschule ausgeweitet - zusätzlich konnte mit der Folkwang Hochschule ein weiterer Kooperationspartner gewonnen werden. Mit dem sensationell günstigen "U 27"-Tarif richtet sich die Philharmonie Essen außerdem ganz speziell an Jugendliche und junge Erwachsene bis zu 26 Jahren, die eingeladen sind, "Konzerte zum Kinopreis" zu erleben.
Auch in ihrer vierten Spielzeit zeigt sich die Philharmonie Essen also als ein für alle Musikrichtungen und -stile offenes Haus, das seinem Publikum in Alfried Krupp Saal, RWE-Pavillon und in weiteren Spielstätten der Stadt ein facettenreiches Programm mit Klassik, Jazz und sogenannter Weltmusik, mit Neuer und Alter Musik, Sinfonischen Konzerten und Kammermusik sowie Konzerten mit jungen Künstlern bietet. An dieser Vielfalt haben weiterhin die privaten Veranstalter einen großen Anteil, die z.T. mit eigenen Abos - den Philharmonie-Spielplan mit ihren Veranstaltungen bereichern und dessen Bandbreite erweitern (etwa um Abende mit "The Big Chris Barber Band", Hans Liberg, "The Harlem Gospel Singers" u.a.).
Feste Säulen der Saison 2007/2008 sind die vier "In Residence"-Künstler:
Pascal Dusapin, Jahrgang 1955, gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Komponisten Frankreichs. Er gewann diverse Preise, unter anderem den Prix Hervé Dujardin von SACEM (1979) und 1981 ein Stipendium der Villa Medici. Dusapin erfährt auch in Deutschland zunehmende Wertschätzung: So wurde er von der Bayerischen Akademie der Schönen Künste zum Korrespondierenden Mitglied berufen - in geradezu idealer Weise verkörpert er den möglichen Sinneswandel zu einem intensiveren musikalischen Austausch zwischen den beiden Nachbarländern. Nach der Uraufführung seiner Oper "Faustus - The Last Night" an der Staatsoper Unter den Linden gibt er seinen vielleicht prominentesten musikalischen Einstand in einem deutschen Kontext im Juli 2007 mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle beim Festival in Aix-en-Provence.
Der südafrikanische Pianist und Komponist Abdullah Ibrahim wurde 1934 in Kapstadt geboren. Seine Komposition "Manenberg" galt unter dem Apartheid-Regime als inoffizielle Nationalhymne der farbigen Bevölkerung Südafrikas. Der pianistisch deutlich durch Thelonious Monk und Randy Weston beeinflusste Ibrahim trat solistisch, im Sextett, aber auch mit großen Ensembles auf. 1976 produzierte er - kurzzeitig in Südafrika - mehrere einflussreiche, im Untergrund vertriebene Platten, darüber hinaus organisierte er ein Jazzfestival, das die Apartheid-Gesetze ignorierte. 1977 übersiedelte er in die USA. 1993 kehrte er nach Kapstadt zurück, wo er die südafrikanische Jazzszene bis heute maßgeblich beeinflusst. Abdullah Ibrahim schuf auch preisgekrönte, atmosphärisch dichte Filmmusiken.
Kurt Masur ist Orchestern und Publikum als herausragender Dirigent und Humanist bekannt. 1927 im schlesischen Brieg geboren, studierte er an der Hochschule für Musik in Leipzig Klavier, Komposition und Dirigieren. In Deutschland arbeitete er danach am Landestheater in Halle, an den Opernhäusern von Erfurt und Leipzig, bei den Dresdner Philharmonikern, am Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin, an der Komischen Oper Berlin und am Leipziger Gewandhaus. 26 Jahre war er Chef des Leipziger Gewandhausorchesters, von 1991 bis 2002 war er Musikdirektor des New York Philharmonic Orchestra, von 2000 bis 2006 des London Philharmonic Orchestra. Seit September 2002 hat er die musikalische Leitung des Pariser Orchestre National de France. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen.
Christophe Rousset entwickelte bereits in seiner Jugend eine Leidenschaft für die Ästhetik des Barock. Er entschied sich gegen ein Studium der Archäologie und ging mit einem Musik- und Cembalostudium seinem leidenschaftlichen Interesse an der Entdeckung der Vergangenheit nach. Dies führte ihn an die Schola Cantorum in Paris, wo er bei Huguette Dreyfus studierte, dann an das Königliche Konservatorium in Den Haag zu Bob van Asperen. Mit 22 Jahren gewann er eine der begehrtesten Auszeichnungen, den Ersten Preis sowie den Publikumspreis des Siebten Brügger Cembalo-Wettbewerbs (1983). Mit seinem Ensemble Les Talens Lyriques gehört er international zu den am meisten gefragten Vertretern der Alte-Musik-Szene.
Darüber hinaus darf die Philharmonie Essen nahezu alle "In Residence"-Künstler der drei vergangenen Spielzeiten zu Konzerten begrüßen.
Service im Überblick:
Der Vorverkauf für die 14 eigenen Abonnement-Reihen der Philharmonie hat bereits begonnen. Der Einzelkartenverkauf für die Konzerte der Spielzeit 2007/2008 beginnt in der Regel vier Monate vor dem jeweiligen Veranstaltungstermin. Karten sind ab diesem Zeitpunkt im TicketCenter der Theater und Philharmonie Essen GmbH (Tel. 0201/8122-200), über die Philharmonie-Hotline (Tel. 0180 / 59 59 59 8 0,14 Euro/Min) und bei Ticket-Online-Verkaufsstellen sowie im Internet unter www.philharmonie-essen.de, www.ruhr-ticket.de und www.ticketonline.de erhältlich.
Seit der Spielzeit 2006/2007 bietet die Philharmonie Essen ein spezielles Jugend-Abo U 27 zum Kinopreis an und setzt damit ihr besonderes Engagement für junge Konzertfreunde fort. Das Abo für Jugendliche bis zu 26 Jahre beinhaltet sieben Konzerte zum Preis von 39 bis 59 Euro. Zusätzlich sind die regulären Abonnements und auch Einzelkarten für fast alle Eigenveranstaltungen der Philharmonie Essen zu speziellen U 27-Preisen erhältlich.
Neuerdings bietet die Philharmonie Essen ein Wahl-Abo an: Das Wahl-Abo ist ein Paket mit 10 Gutscheinen, mit dem die Besucher ihr Abo-Konzert frei aus den Eigenveranstaltungen der Philharmonie Essen (ausgenommen sind wenige Sonderveranstaltungen) zusammenstellen können. Die Ermäßigung gegenüber dem Einzelkonzert beträgt bis zu 50%.
Weiterhin steht die Kasse am Stadtgarteneingang der Philharmonie Essen als Vorverkaufsstelle zur Verfügung. Sie hat montags bis freitags von 10-18 Uhr und samstags von 10-15 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen:
Philharmonie Essen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Anke Meis
Tel. 0201/8122-818 (Fax: -812)
e-mail: a.meis@philharmonie-essen.de
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Anke Meis
Tel. 0201/8122-818 (Fax: -812)
e-mail: a.meis@philharmonie-essen.de
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