Sehnsucht Schubert

Seelische Abgründe eröffnen sich
Die Abwesenheit von Liebe und Glück, das Gefühl von Fremde, das rastlose innere “Wandern”, nach Glück suchend und Enttäuschung findend – diese Herzenswunde durchzieht Franz Schuberts Leben und Werk, vor allem seine Kammermusik und sein Liedschaffen. Über die Hälfte seiner Vokalkompositionen thematisiert das Gefühl der Wehmut, auch die Todesthematik spielt eine große Rolle. Das Lied “Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide” oder die “Winterreise”, die Thomas Quasthoff als “Opus Magnum der Gattung Kunstlied” bezeichnet, sind als Pars pro Toto zu verstehen – hier wird exemplarisch deutlich, in welcher Gefühlswelt der Komponist sich bewegt hat. Schubert selbst übrigens sagte über seinen “Zyklus schauerlicher Lieder”: “Sie haben mich mehr angegriffen, als dieses je bei anderen Liedern der Fall war.”
Eine eigene Welt – erforscht von ausgewählten Künstlern
Für die Schubert-Reihe haben wir Künstler eingeladen, die den Mut und das Sensorium haben, diesen Seelenzuständen und Abgründen nachzufühlen und sie für das Publikum durch inwendige Interpretationen erlebbar zu machen. Musiker und Sänger, die tief eindringen in den überwältigenden Reichtum an Melodien und berührenden harmonischen Strukturen. Neben dem bereits erwähnten Thomas Quasthoff dürfen wir uns auf das Belcea Quartet und das Apollon Musagète Quartett, den Pianisten Tzimon Barto sowie das Duo Isabelle Faust (Violine) und Alexander Melnikov (Klavier) freuen. “Ich kenne überhaupt keinen Komponisten, der eine so vollkommen eigene Welt darstellt wie Schubert”, empfindet der Dirigent Nikolaus Harnoncourt. Nähern wir uns dem Menschen Schubert durch seine Musik.

